Fabrizio Cavegn: «Der Fussball in England ist schnell und sehr athletisch»

Unser früherer Stürmer Fabrizio Cavegn spielt momentan in der englischen League 2 bei den Bristol Rovers. Nach erfolgreichen Stationen bei der US Schluein Ilanz, den verschiedenen Auswahlmannschaften des Teams Südostschweiz, Chur 97, St. Gallen U-21 und dem FC Vaduz wechselte Fabrizio Cavegn im Sommer 2025 zu den Bristol Rovers in der League 2 (4. höchste Profiliga). Zur Zeit befindet er sich auf Heimaturlaub. Wir benützten die Gelegenheit für ein Gespräch mit Fabrizio.

War es für dich schwierig, dich in England zurecht zu finden?

Es war schon nicht ganz einfach. Alles war neu und komplett unbekannt. Insbesondere auch die Sprache. Die reden dort einen speziellen Dialekt und zudem sehr schnell. Mittlerweilen macht es mir aber keine Probleme mehr.

Wie bist du nach dem Wechsel vom Verein und den Mitspielern aufgenommen worden?

Es war alles super organisiert. Ich wurde vom Flughafen abgeholt und mit dem Bus nach Bristol gefahren. Der Verein und meine Mitspieler haben mich von Beginn weg enorm unterstützt.

Hast du mittlerweilen eine eigene Wohnung gefunden?

Ja. Gesucht habe ich diese selbst. Der Verein hat mir dabei geholfen. Zu Beginn wohnte ich im Hotel sowie in einer dem Verein gehörenden Unterkunft.

Wie sind die Trainings in England im Vergleich zur Schweiz?

Alles ist enorm professionell. Die Bristol Rovers verfügen über einen Staff von nicht weniger als 15 Personen. Das Trainingsgelände ist sehr gross. Jedes Training wird mit Kameras und Drohnen aufgezeichnet. Athletik spielt eine wichtige Rolle. Praktisch vor jedem Training sind wir noch im Kraftraum. Nach den Trainings bin ich ziemlich «fertig». Wir trainieren täglich, in der Vorbereitung zweimal pro Tag. Fussballerisch ist das Training aber ähnlich wie in der Schweiz. Aber alles dort ist einfach eine Nummer grösser.

Wie sind die Trainer in England?

Die englischen Trainer haben eine andere Mentalität als in der Schweiz. Die pushen dich ständig, wollen dich grösser machen. Für sie gibt es nur den Fussball.

Inwiefern unterscheidet sich der englische Fussball von jenem in der Schweiz?

Der Fussball in England ist anders. Generell kann man ihn fast nicht mit jenem in der Schweiz vergleichen. Alles ist viel grösser. Die Vereine haben eine riesige Fanbasis. Für die zählt nur der Fussball. Der Fussball ist schnell und sehr athletisch. Die Spielidee ist eine andere. Viel köperbetonter. Dieses Jahr hatte ich fast immer eine harte Manndeckung. Das war ich mich nicht gewohnt. Die Schiedsrichter lassen viel laufen.

Wie gestaltet sich bei den Bristol Rovers die Spielvorbereitung?

Wenn wir am Samstag spielen, treffen wir uns am Freitagmorgen für ein Training, Nach dem Mittagessen geht es mit dem Bus zum Spielort. Manchmal dauert die Fahrt fast 6 Stunden. Anschliessend an den Zimmerbezug im Hotel folgen das Nachtessen und eine Teambesprechung. Am nächsten Morgen gibt es ein leichtes Footing. Nach dem Mittagessen fahren wir ins Stadion. Die Spiele finden immer um 15 Uhr statt. Unmittelbar nach dem Match fahren wir nach Bristol zurück. Wenn es englische Wochen gibt, ist alles extrem streng.

Hat sich für dich der Wechsel nach England gelohnt – persönlich und sportlich?

Auf jeden Fall. Ich musste lernen mich in einem anderen Land selbst durchzusetzen. Das hilft mir für mein ganzes späteres Leben. Ich bin viel entspannter geworden. Auch sportlich hat es mich weitergebracht. Ich habe gelernt mich mit starkem Willen gegen viel Widerstand durchzusetzen.

Vielen Dank, Fabrizio, für dieses Gespräch und weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg.

Das Bild zeigt Fabrizio Cavegn im Kampf mit gleich drei Spielern im Meisterschaftsspiel gegen Crewe Alexandra. (Bild zVg)